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Konzertberichte
Konzert vom 12.09.2001, Kronbuschhalle in Wesseling
Bericht: Grisu am 13.09.2001
Das war wohl das erste Wise Guys Konzert, bei dem ich lange, lange überlegt habe ob ich überhaupt hingehen soll und zu dem ich dann mit sehr gemischeten Gefühlen hingegangen bin. Die Terroranschläge in den USA waren erst einen Tag her und das Konzert am Vortag war auch abgesagt worden. Ein Teil von mir hatte erwartet, daß auch das Wesselinger Konzert abgesagt werden würde, der andere Teil gehofft, daß es trotz der Vorfälle stattfinden würde (jaja, ich bin schizophren ;-))
Als ich dann kurz nach 18Uhr an der Halle ankam, stand dort schon eine ansehnliche Gruppe vor der Tür. Wenig später fuhren auch die Wise Guys vor; das Konzert sollte also stattfinden.
Die Schlange vor der Türe wurde stetig größer und kurz vor 19Uhr standen die Leute weit die Straße hinunter. Mit so vielen Besuchern hatte ich nicht gerechnet, die Halle war fast voll besetzt.
Vor Beginn des Konzertes kam Daniel kurz auf die Bühne, er wirkte ungewohnt ernst, und sagte, daß den Wise Guys die Entscheidung nicht leichgefallen sei, das Konzert stattfinden zu lassen. Sie wollten aber versuchen, für zwei Stunden die Leute auf andere Gedanken zu bringen, wenn auch mit einem leicht abgewandelten Programm. Aus Solidarität wollten sie außerdem den gesamten Erlös des Konzertes für die Hinterbliebenen der Opfer spenden. Diese Nachricht wurde mit anerkennendem Applaus belohnt, ich halte es für eine nette Geste und außerdem hilft es ein bißchen, das eigene "schlechte Gewissen" etwas zu beruhigen.
Nach einer kurzen Pause kamen die Wise Guys dann komplett auf die Bühne, konnten allerdings noch nicht anfangen, da die Hintergrundmusik noch leise dudelte... Danach ging es dann aber los mit "Showtime", dem neuen Opener. Der Klang war zwar etwas hallig, aber etwas anderes hatte ich in dieser Turnhalle auch nicht erwartet. Die Stimmverteilung ist bei diesem Lied live etwas anders als auf der CD was aber daran liegt, daß sich das live sonst nicht so gut abmischen lassen würde. Es ist aber durchaus schön anzuhören und ich bin froh, daß es einen neuen Opener gibt (wie war das noch mit "Schlag mich Baby?" ;-))
Bei der nachfolgenden Geschichte vom "Mann, der einen Satz sagt...." war Clemens Mimik einfach unbeschreiblich gut, er sah so schön blöd und verwirrt/verstört aus ;-) Es folgte das "Frühlingslied" (das laut CD jetzt doch "Anna hat Migräne" heißt) und die anfangs noch etwas angespannte Atmosphäre wurde etwas lockerer und es wurde zwischendurch auch mal herzlich gelacht. Bei der anschließenden Zuschauerbefragung stellte sich erstens heraus, daß die Wege zum Licht ausgesprochen weit waren und zweitens, daß überwiegend "alte Hasen" im Publikum saßen und nur rel. wenige Neuhörer.
Dann wurde "Das Leben ist zu kurz" gesungen und anschließend - Überraschung - "More than words". Es war toll, dieses Lied noch einmal live zu hören und es war auch wirklich schön ruhig gesungen, so daß es fast schon besinnlich wirkte.
Danach kamen die Philosoffen (ursprünglich von Tom van Hasselt), diesmal mit besonderer Lichtshow: Das Licht wechselte nämlich bei jedem "umpa". Außerdem lieferten sich Clemens und Sari ein kleines "umpa" - Duell, was sehr witzig rüberkam. Klasse auch die lange Pause von Daniel bei der Platon-Strophe. Insgesamt fand ich dieses Lied von allen ziemlich gut interpretiert und umgesetzt.
"Ohne Dich", gesungen vom "Unfreiwillige Trennungs-Experten" Eddi kam nicht ganz so kraftvoll rüber wie sonst, was aber mit Sicherheit auch an der etwas ungünstigen Akkustik der Halle lag.
Vor der Pause wurden dann noch die Publikumslieblinge "Meine heiße Liebe", "Besserwisser" und "Mädchen lach doch mal" gesungen und die Stimmung war zum Schluß richtig gut, ja fast schon ausgelassen. Das mit der Ablenkung schien dankenswerter Weise zumindest zeitweise zu funktionieren.
Trotzdem waren die USA in der Pause bei vielen wieder Gesprächsthema.
Nach der Pause ging es weiter mit "Sensationell", dem Titelsong der neuen CD. Ein schönes, leichtes Lied mit einem sensationell nahtlosen Übergang zur Moderation. Nach diesem "kleinen Scherz" (O-Ton Daniel) war der Applaus dafür umso heftiger. Schön ruhig kam dann "Bleib wie Du bist", wieder eine Gelegenheit mal ruhig durchzuatmen. Anschließend wurden dann die Auswüchse von Saris ärztlich bescheinigter Fetenneurose ("Willst Du mit mir gehen") kundgetan. Das Lied kam super an und Sari bekam ordentlich Applaus der nicht wirklich nach Mitleid klang :-)
Nun folgte einer der Höhepunkte des Abends: "When I'm 64". Obwohl dieses Lied nun schon ziemlich lange im Programm ist löst es immer noch Begeisterungsstürme aus. Außerdem kommt es mir so vor, als wäre Ferenc' Solo noch wesentlich besser, nämlich klarer und voluminöser geworden. Tja, jetzt wo er kein weiteres Solo hat muß er sich allein mit diesem kurzen Solo gegen die Gemeinheiten der anderen (Daniel bezeichnte seine Frisur bspw. als "Stirnpiercing") zur Wehr setzen und um die Gunst des Publikums kämpfen. Mit Erfolg!!! Es gab allerdings auch nach Daniels kölscher Strophe reichlich Zwischenapplaus und auch Sari ging nicht leer aus. Insgesamt ein voller Erfolg.
Dann endlich kam mein heiß ersehntes neues Lieblingslied. die "Atmo-Ballade" "Kaiser Franz". Ich finde es einfach faszinierend, wie hier mit den verschiedenen Stimmungen umgegangen wird, außerdem mag ich den Text (allein die Vorstellung, wie sich der nette Clemens mit einem Skalpell über die Fee hermacht....:-)). Dieses Lied wurde allerdings nicht gleich gesungen, denn schließlich soll hier das Publikum für die Waldatmospäre sorgen. Nach kurzer Unterweisung von Eddi, der die "Klapperschlangen - Grille" (also entweder oder ;-))vormachte, über Sari, mit seiner Kröte (an dieser Stelle vielleicht ein kurzer Gruß an die Basta-Balkonkröten William und René)und Däns Uhu (mir ist es schleiherhaft, wie er mit aus dem Mund gestreckter, gerollter Zunge pfeifen kann, aber die Optik hat schon was! Gut nur, daß das Publikum im Dunkeln sitzt, der Anblick ließe wahrscheinlich einige Lachmuskeln überstrapazieren) ging es dann los.
Das Publikum war zwar ein wenig übereifrig, aber es hat viel Spaß gemacht und das Lied ist auch ziemlich gut angekommen.
Es folgte die Geschichte von Osna Osna, dessen CD "Osna Osna Osna" wahrscheinlich auch den schlimmsten Kopierschutzgegner lahmlegen würde (schließlich übersetzt Dän Osna mit Hoffnung...) und als Beispiel gab es dann den "Root Beer Rag" zu hören. Mit einem hämischen Seitenblick auf Ferenc erwähnte Dän noch, daß er es nie für möglich gehalten hätte, daß die Wise Guys es schaffen würden, sich am eigenen Haarschopf aus dem Sumpf der Showbiz-Haifischbeckens zu ziehen. Aber es hat ja offensichtlich geklappt (dank des Stirnpiercings? ;-))
Als letztes Lied kam dann "Jetzt ist Sommer" und das Publikum klatschte begeistert mit.
Natürlich durften die Wise Guys danach nicht einfach gehen, sie kamen zurück auf die Bühne und sangen "Nein, nein , nein". Hier nahmen dann auch viele Leute die Aufforderung im Opener ernst "...sing mit..." und sangen lauthals mit. Als zweite Zugabe kam "Goldeneye", klasse gesungen und gespielt und mit einer tollen Lightshow untermalt. Als letzte Zugabe wurde dann noch "Schlag mich Baby" gesungen. Die Wise Guys wurden mit begeisterten standing ovations verabschiedet.
Alles in allem war es ein schönes Konzert. Ein paar wenige, der Situation nicht angepaßte Lieder wurden weggelassen und einige Ansagen leicht verändert und entschärft. Ich danke den Wise Guys für dieses Feingefühl; den Mut, das Konzert trotzdem stattfinden zu lassen; die Entscheidung, den Erlös zu spenden und für zweieinhalb Stunden gute Unterhaltung.
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