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Konzertberichte
Konzert vom 16.01.2002, Offenbach, Capitol
Bericht: Pe am 27.01.2002
Was waren das für qualvolle 8 Tage! Ich konnte es gar nicht abwarten. Was für eine Sucht! Ich kann nur jeden vor dieser Droge warnen!!! ;o) Das führt sogar zu extrem langen Konzertberichten. Tragisch!
Vor dem Konzert war ein kleines Hindernis zu überwinden. War doch mein Mann ausgerechnet an diesem Tag dienstlich unterwegs. Nun mußte ich mir einen Babysitter besorgen. Das erwies sich aber als einfacher als ich dachte. Alex, die Nachbarstochter hat sich allzu gerne bereit erklärt, das zu übernehmen. Und die Mutter war so nett, ihrer 13jährigen Tochter das zu erlauben. Schließlich hatte ich ja gewarnt, daß es ziemlich spät werden könnte, bis ich zurückkomme. Aber mit einem Nickerchen am Nachmittag würde das in Ordnung gehen. Uff, Abend gerettet!
Endlich war's so weit. Meine Töchter haben ihren Teil dazu beigetragen, daß ich nicht zu spät wegkomme. Na ja, sie haben sich eben gefreut, mit Alex allein zu sein. Die kam um 18.30 Uhr. Kurz alles erklären, ein paar Hinweise, die Mutter schaut auch kurz rein....und tschüß (natürlich mit auf Vibration gestelltem Handy in der Hosentasche - man weiß ja nie). Jetzt schnell noch einen lieben Bekannten (Neuzuschauer) abholen und ab nach Offenbach. Nicht verfahren, gegen 19.30 Uhr angekommen, gleich einen Parkplatz gefunden, etwas ungläubig geschaut, das hier ein Musical-Theater sein soll und es tatsächlich gefunden. Aber was ist das! Taschenkontrolle!?! Bei einem Wise-Guys-Konzert? Na ja, Schwamm drüber! Sieht ja ganz nett aus hier drin. Tickets abholen. Innenraum - prima! Wie groß ist der Saal? Och, gar nicht so groß. Da finden wir unser "Vorauskommando" sicherlich ohne sich mit dem Handy zu verständigen. So war's dann auch, zumal die beiden doch nicht so weit vorne saßen, wie erhofft.
Der Saal machte einen freundlichen Eindruck. Rote Stühle, Oscar ähnliche Figuren an den Wänden, nicht allzu groß, im Innenraum seitlich und hinten eine Art Empore, darüber die Galerie. Aber es war ein bißchen kühl. Von irgendwoher zog es. Und ausverkauft schien es auch nicht zu sein. Mist! Dabei habe ich mir mit Plakate verteilen und Werbung betreiben sooo viel Mühe gegeben! Ärger! Das mit den kühlen Temperaturen sollte sich dann noch durch den ganzen Abend ziehen, aber nur was die Rahmenbedingungen betraf. Nach dem Opener teilten uns die Guys mit spitzen Bemerkungen mit, daß es auf der Bühne saukalt sei und zieht. Aha, daher weht der Wind - im wahrsten Sinne des Wortes! Im Laufe des Konzertes wurde immer wieder von den Kühlschranktemperaturen da oben gesprochen. "Windkanal Offenbach" und "Mount Everest" sind zwei herausgegriffene Zitate. In die Pause verabschiedete uns Dän mit der Empfehlung, uns an der Theke mit Glühwein aufzuwärmen, falls es welchen gäbe. Eddi verschwand am Anfang einige Male von der Bühne, um offensichtlich diesen klimatischen Zustand zu reklamieren. Auch einer von meinen Freunden sprach in der Pause mit einem Ordner. Aber geholfen hat es nichts. Nach der Pause sah man einige Zuschauer in ihren Jacken und Mänteln da sitzen, vor allem die in der Nähe der Bühne. Und die Jungs hatten sich auch wärmer eingepackt. Z. B. trug Dän ein Kapuzen-Sweat unter seiner Jeansjacke und Clemens einen dicken Zopfmuster-Rollkragenpullover unter seiner Jacke. Lediglich Sari sah leicht bekleidet aus. Aber Dän meinte, wir müßten uns keine Sorgen machen, er hätte sein Latex-Shirt drunter und sich mit Schmalz eingerieben.
Zum Klima passend hörten wir von Dän die Story über kühles Verhalten des Hauses. Der Hausmeister sagte, angesprochen auf die laut Vertrag bereitzustellenden Schnittchen, sie könnten ja die nicht verkauften Eintrittskarten fressen. Sorry, aber das war wohl Originalformulierung! Außerdem haben die Jungs nach einem Tisch fürs Merchandising gefragt, den man ihnen für schlappe 150 Euro anbot. Unter dieser Voraussetzung sagten sie natürlich nein und kündigten an, daß nach dem Konzert der Van vor dem Eingang stehen und man aus dem Kofferraum heraus verkaufen werde. Doch noch nicht genug der Freundlichkeiten. Dän wies auf den Afterglow hin ("ein paar werden am Auto sein, die anderen an der Theke", Blick nach hinten, "ich werde an der Theke sein" und grinste die anderen an), weil man zugesagt hatte, daß es Getränke geben werde. Aber Pustekuchen! Ich habe nach dem Konzert meinen Mantel geholt, ging kurz raus an den Van, um Hallo zu sagen, kam wieder rein, um kurz darauf wieder hinausgebeten zu werden, weil man schließen wollte. Für mich geht dieser Afterglow als Aftercold in die Geschichte ein. Übrigens benutzte Dän während des Konzertes auch die Bezeichnung Aftershowparty. Ob den Jungs die Bezeichnung Afterglow vielleicht nach der "Aufklärung" in Washington jetzt doch unangenehm ist?
Das Programm war im wesentlichen das gleiche wie in Darmstadt, auch was die Moderationen anbetraf. Deshalb werde ich hier nur die Abweichungen notieren und die ein oder andere Korrektur oder Ergänzung zum Darmstadt-Bericht machen, weil ich's mir nach dem zweiten Mal hören, jetzt besser gemerkt habe. (Ja, ja das Alter!)
Diesmal mußten wir nicht "Alle meine Entchen" singen, um die Gesangsqualität des Nachbarn zu ermitteln. Dän gab nur allgemeine Tipps, was zu tun ist, wenn es unerträglich wird: Ellenbogenrempler, wenn man sich besser kennt, ansonsten ein böser Blick oder Finger ins Ohr. Die Umfrage ergab wieder ein Verhältnis mehr Neue : weniger Wiederholungstäter. Der am weitesten Gereiste kam aus dem Schwarzwald und bekam gleich zu hören, daß er letzte Woche nach Freiburg hätte gehen können. Ähnlich erging es einem Stuttgarter letzte Woche in Darmstadt. Ein Düsseldorfer hat sich diesmal nicht gefunden. Aber wahrscheinlich war der/die nur zu feige. Ansonsten wird nichts aus dem Wise-Guys-Horrorfilm "Sie sind überall".
Jetzt zu den Abweichungen, Ergänzungen und Korrekturen:
- Aufgefallen ist mir, daß ich im Darmstadt-Bericht das Lied "Mädchen lach doch mal" völlig vergessen hatte. Peinlich! Also, es wurde in beiden Konzerten gesungen und beide Male mit den berühmten von Tierschutzorganisationen kritisierten Känguruhbeuteltrommeln mit dem lebenden Känguruh dran angekündigt. Und die Känguruhs haben sich jedesmal sehr wild gebärdet.
- Bezüglich "Armes Schwein" muß ich die Story noch präzisieren. Dän war damals 6 oder 7 Jahre und den Sinn der tröstenden Worte seines Vater zu dem verlorenen Fußballspiel hat er damals nicht verstanden und versteht ihn heute noch nicht. Aber er hat den guten Willen dahinter verstanden. Dies wolle man mit diesem Lied weitergeben. Schön finde ich immer wieder die schadenfrohe Mimik der Jungs ("und ganz allein"). Eddi zeigte sich bei diesem Lied sehr flexibel und hat den Text zum Abend passend geändert (!): "Du sitzt hier bei minus 2 Grad und Windstärke 8, genau wie dein PC...".
- Bei "Meine heiße Liebe" ist Clemens in der Moderation diesmal auch auf die Frisuren eingegangen. Dän und Eddi hätten ihre Erfolge bei den Frauen trotz (!) Frisuren erreicht und bei Ferenc könne man gar nicht mehr von Frisur reden. Während Sari den Mißstand in Sachen Frauen (aufgrund des Physikstudiums) durch Zuckungen im Beckenbereich (die er uns glücklicherweise mehrmals am Abend vorgeführt hat) ausgleichen würde, hätte er, Clemens, sich auf diese Physiker kompatible Liebe verlegt. Im Anschluß an das Lied sagte Dän, dass Kinder "...dann riech ich deine Oma..." verstehen. (Das kann ich nur bestätigen.) Manche Leute würden fragen, worum es in dem Lied eigentlich gehe. Es könnte sein, dass sie etwas abgelenkt waren durch das, was im Hintergrund passiert sei. Stimmt, es wurde auch in Offenbach wieder viel Unsinn hinter Clemens Rück getrieben.
- Bei der Atmo bekamen die Seiten diesmal dieses merkwürdige Quaken und das "ftftft" zugeteilt, das ich schon von der Alten Oper her kannte. Der Kommentar zum "ftftft" war etwas in der Art wie "klingt heute irgendwie wie Wind". Den genauen Wortlaut habe ich vergessen. Da, noch ein Seitenhieb zu den klimatischen Verhältnissen. Ich hatte wieder die gerollte Zunge erwischt und bekam vor lauter Lachen über Clemens Gesicht keinen Ton heraus.
- Beim letzten Bericht hatte ich den Kernsatz des Meditationsbüchleins von Osna Brück vergessen, der die Jungs gerettet hat: "Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Dieser Satz wurde natürlich mitgesprochen. "Ach, haben Sie das Buch auch gelesen?"
- Dän ist in der Moderation zu "Nein, nein, nein" kurz auf das Verhältnis Offenbach - Frankfurt eingegangen, um dann gleich auf das zwischen Köln und Düsseldorf zu schwenken. Man habe schon oft gefragt, ob das Verhältnis denn wirklich so schrecklich sei, eine so große Feindschaft bestehe. Nein, meinte Dän, (Pause), es sei noch viel schlimmer.
- Für "Willst du mit mir gehen" bekamen die Männer eine Gebrauchsanweisung für die Sprüche (auch in Darmstadt). Man solle doch darauf achten, anders als die Düsseldorfer, beim letzten Spruch seinen eigenen Vornamen einzusetzen.
Die Zugaben waren bis auf eine Änderung gleich. Als erstes wurde der Oldie der Woche "Ich bin grumpig" gesungen. Schön, den Song mal live zu hören, auch wenn ich lieber etwas anderes gehört hätte. Aber egal. Für dieses Lied ist dann "Ich will keine A-cappella" entfallen. War bei den Temperaturen auch besser so. Ein Auftritt mit offenem Hemd? Brrr! Zweite Zugabe war "Es ist Sommer" (mit aufstehen) und "Baby, schlag mich noch einmal" die letzte. Ganz aktuell hat Dän dazu erwähnt, dass Britney Spears bei Bio zu Gast war und dass die Wise Guys natürlich das in die Wege geleitet hatten. Bei den ersten Ankündigungsworten für dieses Lied fingen die "Wissenden" laut zu jubeln an.
Etwas irritiert hat mich das Publikum. Während es mich grundsätzlich kaum ruhig auf dem Sitz hält, saßen alle vor mir regungslos da. Im grassen Gegensatz dazu stand jedesmal der Applaus. Aus diesem Verhalten heraus hätte ich nicht erwartet, daß anschließend so gejubelt wird. Stille Genießer? In Darmstadt war die Stimmung aber besser und lockerer. Ob's an den Temperaturen lag oder daran, daß Darmstadt eine Studentenstadt ist?
Ein schönes Erlebnis hatte ich in der Pause. Im offiziellen Gästebuch hatte sich mal jemand als in Hanau wohnende zu erkennen gegeben. Also habe ich gleich Kontakt aufgenommen. Daraus entstand schließlich eine Verabredung bei diesem Konzert. Was soll ich sagen? Da habe ich mal wieder nette Leute durchs Internet kennengelernt! Nicht das erste Mal. Sage noch einer, Computer machen einsam! Das wird bestimmt nicht das letzte Treffen gewesen sein! :o)
Der Afterglow/-cold fand, wie schon gesagt, draußen vorm Eingang am Van statt. Nach Schätzungen standen ca. 50 Leute da, um zu kaufen und zu klönen. Für die Gastronomie im Capitol hätte sich der Ausschank gelohnt. Ich verstehe nicht, warum die zugemacht haben. Trotz Kälte war es noch recht nett. Alle fünf waren da. Dank meiner Kekse mußten die Jungs auch nicht verhungern. ;o) Clemens und Ferenc haben sich wieder etwas früher verabschiedet, in der Hoffnung nicht auch noch ausgeschlossen worden zu sein. Dän sagte noch, daß dies das erste Konzert war, bei dem sie alle froh waren, nach der Show sich warm anzuziehen anstatt aus den Klamotten rauszukommen, um abzukühlen! Kurz nach 23 Uhr hat sich die Versammlung endgültig aufgelöst. Sari und Eddi haben das Auto zum Beladen zurückgefahren. Dän ging zu Fuß zum Hintereingang. Da mein Weg zum Parkplatz in die gleiche Richtung führte, konnte ich sehen, daß wenigstens da die Tür nicht verschlossen war.
Zu den Vorkommnissen des Abends paßte es ganz wunderbar, daß ich auf dem Heimweg - gedankenversunken - geblitzt wurde. Driss! Hoffentlich war's nicht zu viel drüber!!!!! Ich hab's vor lauter Schreck nicht registriert.
Zu erwähnen ist noch, daß ich mich über die "netten" Begleitumstände beim Capitol beschwert habe, wie im Gästebuch von jemandem angeregt. Die Antwort war mehr als verwunderlich. Natürlich war alles gaaaanz anders: man hätte sich gleich beschweren sollen, nicht erst hinterher, ein Merchandising-Tisch sei nicht angefordert worden und überhaupt hätte man über den Preis reden können. Warum der Pächter der Gastronomie nach dem Konzert geschlossen habe, wisse man nicht, wahrscheinlich habe er keinen Umsatz mehr erwartet! Witzig, nicht wahr?
Fazit: Mein Akku für gute Laune ist wieder mehr als aufgeladen, trotz des Drumherums. Mal sehen, wie lange die gute Laune hält. Nachgetankt wird am 22.04. in Langenselbold. CD's und Video können die Wirkung eines Konzertes nicht ganz erzielen. Selbst jetzt, einige Tage später (ich bin nicht sofort zum Schreiben gekommen), geht es mir noch gut. Ich habe noch nicht einmal Verlangen auf Schokolade! Es sind wohl genügend Glückshormone vorhanden. Vielleicht ist das eine neue Marktlücke für die Jungs: Konzerttherapie - Gesünder leben mit den Wise Guys! Hihi!
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